Manuela Schwesig: Umstrittener Ansatz zur Bekämpfung von Kinderarmut

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Berlin – Um den steigenden Zahlen von verarmten Kindern entgegenzuwirken hat Familienministerin Manuele Schwesig (40) einen Vorschlag eingebracht, der deutschlandweit die Gemüter zum Kochen bringt und für hitzige Debatten gesorgt hat. Schwesig fordert, einen „Elternführerschein“ einzuführen, bei dem Menschen, die Kinder wollen, auf Tauglichkeit überprüft werden. Im Gegensatz zu den bisherigen Forderungen dieser Art hat Schwesig aber bereits einzelne Kriterien zur positiven Bewertung genannt. Neben finanziellen Aspekten ist der hauptsächlich debattierte Ansatz, dass es nur noch Menschen mit Abitur oder Fachabitur erlaubt sein soll, Kinder zu bekommen.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel kommentiert: „Wenn dieser Vorschlag durchgesetzt wird, begeben wir uns auf eine Autobahn ohne Ausfahrt. Wir würden ohne Bremsen mit Vollgas auf chinesische Verhältnisse zusteuern, was den Sozialstaat betrifft. Es würde in absehbarer Zeit keinen Sozialstaat mehr geben.“

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Soll es in Zukunft nicht mehr geben. Arme Menschen in Deutschland.

Schwesig verteidigt ihre Idee: „Wenn man sich den heutigen Arbeitsmarkt einmal anschaut, bleibt eigentlich keine andere Alternative, als bildungsfernen Schichten das Kinderkriegen zu verbieten und die Definition von „bildungsferner Schicht“ gleichzeitig bis zum Realschulabschluss auszuweiten. Ein Hauptschul- oder Realschulabschluss ist längst keine Garantie mehr für einen Arbeitsplatz. Sollte der Schulabgänger dennoch einen Job finden, ist es aber eine Garantie für einen schlecht bezahlten Job, der so viel Zeit in Anspruch nimmt, dass eine altersgemäße Aufsicht für das Kind nicht gewährleistet werden kann.“ Dadurch wäre eine Verrohung bezüglich des gesellschaftlichen Lebens für die Kinder unumgänglich und „ein solches Leben kann nicht als lebenswert erachtet und muss daher verhindert werden.“, so Schwesig.

In der weiteren Argumentation befasst sich Schwesig mit den „unglaublich positiven Auswirkungen auf die Gesellschaft“: „Es würden beinahe alle Quellen der Gewalt ausgeschaltet werden. Sämtliche Extremisten, sei es links- oder rechtsradikal, sei es religiöser Natur oder einfach nur gewaltbereite Menschen, die nicht politisch motiviert sind: Da sich diese Gruppen grundsätzlich alle aus Menschen der bildungsfernen oder finanziell nicht gesicherten Schicht zusammensetzen, wären Extremisten in Deutschland bald komplett ausgerottet.“ Um sicherzustellen, dass dadurch die Anzahl der Kinder in Deutschland nicht noch weiter absinke, soll es, umgekehrt zur chinesischen Politik, für Fach- und allgemeine Abiturienten eine Art „Ein-Kind-Politik“ geben. „Wir wollen die gebildeten Schichten zwingen mindestens ein Kind je Person zu zeugen, um den demografischen Wandel nicht weiter zu beschleunigen.“

dan; Foto: Bobo11, CC BY-SA 3.0; Foto rechts: Jean Pierre Hintze, CC BY-SA 2.0