GEMA sperrt Youtube-Videos aufgrund verwendeter Buchstaben

In Zukunft wohl alle Youtube-Videos

In Zukunft wohl alle Youtube-Videos

In den frühen Morgenstunden wich die Freude über die zuletzt positiven Meldungen, was die Sperrung von Musikvideos auf Youtube angeht, purem Entsetzen:GEMA-Chef Dr. Harald Heker gab in einem persönlichen Gespräch mit einem Mitarbeiter der GEMA zu Protokoll, dass die Sperrungen bald noch viel weitreichender würden.

Auf schriftliche Nachfrage konnte Heker nicht zu einer Aussage bewegt werden, allerdings zeigte er sich in einem Telefonat deutlich offener: „Die Aussagen, die nun bedauerlicherweise an die Öffentlichkeit gelangten, sind korrekt. Wir arbeiten derzeit an einem Konzept, dass die Musiker noch besser vor Urheberrechtsverletzungen schützt. Sicher wird das dem einen oder anderen nicht so schmecken, aber von den Musikern haben wir bisher ausschließlich positives Feedback bekommen.“

Laut Aussage Hekers wird sich das neue Modell nur noch in entfernterem Sinne mit ganzen Liedern beschäftigen. Viel mehr müsse nun das Ziel sein, nicht mehr widerrechtliche Kopien zu bekämpfen, sondern diese bereits im Ansatz zu verhindern. „Aus diesem Grund“, so Heker, „werden wir in Zukunft nicht mehr ganze Musikstücke betrachten, sondern auch seine Einzelteile, sprich Noten. In dem Moment, in dem ein gesprochener Buchstabe auch in einem Lied vorkommen kann, z.B. ein „D“, haben wir es bereits mit einer potentiellen Urheberrechtsverletzung zu tun. Dies betrifft aber auch alltägliche Dinge: Wenn jemand ein Video veröffentlicht, in dem mit zwei Gläsern angestoßen wird, und der entstehende Ton ist ein echter, notierbarer Ton, haben wir hier bereits potentielle Raubkopierer, die bekämpft werden müssen!“.

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Gema-Interessen (rechts)

 

Was das für die Youtube-Welt bedeutet ist klar: Sobald ein Video mit Ton hochgeladen wird kann man davon ausgehen, dass es gesperrt wird. Als Alternative bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, das Video mit von Youtube bereitgestellten Hintergrundliedern zu untermalen.

Heker ist der Meinung, dass diese Regelung vor allem im HipHop-Bereich großes Erfolgspotential hat: „Man muss sich doch nur mal die Texte und sogar Nachrichten von und über Rapper anschauen. Alleine, wie oft das Wort „Diss“ genannt wird. Hier haben wir es mit einer klaren Kopie eines um einen Halbton erhöhten „D“ zu tun – und damit sind Text, Nachricht oder Video zu sperren, bis die Verwendung authorisiert ist.“ Dies, so Heker, sei mit einem geringen vierstelligen Betrag je Buchstabe günstig möglich.

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