Black Metal: Kampagne zur Image-Verbesserung

Babymetal
Die ständig sinkende Zahl an Fans des meist satanisch angehauchten Metal-Subgenre „Black Metal“ hat Musiker und Plattenfirmen zu einem, für lange Zeit als unvorstellbar betrachteten, Schritt bewegt:

„Um das Image der Musikrichtung, dadurch die Verkaufszahlen und dadurch wiederum unsere Einnahmen, zu erhöhen, ist es nötig, dass die Musik und deren Komponisten von einer breiten Masse wahrgenommen und vor allem als sympathisch empfunden wird. Um dies zu gewährleisten haben wir die Kampagne „Black Metal is love <3″ ins Leben gerufen. Durch das Herz-Emoticon erhoffen wir uns auch jüngeres, weibliches Publikum für uns zu gewinnen.“ Da der moderne, „wahre“ Black Metal aber in weiten Teilen Deutschlands mit schwarzer Kleidung, Nieten, schwarz-weissen Höhlenmalerein auf dem Gesicht und Verbindungen zu Satan und schwarzer Magie asoziiert werde, müsse die Szene komplett umgekrempelt werden. „Schließlich gibt es für den ersten Eindruck nur eine Chance“, so Markus Staiger, Chef des Metal-Labels „Nuclear Blast“ und Initiator der Kampagne „Black Metal is love <3″.

Doch was soll und kann geändert werden, um auch außerhalb der in sich verschworenen Black Metal-Szene erfolgreich zu sein?

„Zunächst mal muss alles getan werden, um bei einem Publikum, dass die Szene, Musik und deren Lebensart nicht kennt, einen perfekten ersten Eindruck zu hinterlassen. Wir haben in Kooperation mit den bekannteren Bands des Black Metal (der Red. unbekannt) entschlossen, dass zum Beispiel nur noch in weißer Satin-Kleidung gespielt werden darf.

Sinnbild des Imagewandels im Black Metal

Sinnbild des Imagewandels im Black Metal

Folgendes Interview, bestehend aus nur zwei Fragen, wurde nach der szeneinternen Bekanntgabe der neuen Kleidungsordnung durchgeführt. Der Befragte möchte nicht identifiziert werden.

F: What do you believe in?
A: Satin!
F: What does satin give you?
A: Freedom!

Offensichtlich wurde der Änderungswunsch bereits akzeptiert, auch wenn inzwischen bekannt wurde, dass der nicht zu nennende Interviewpartner sich kurz nach diesem Interview als schwul outete und damit nicht mehr dem Kreis der Elite-Black-Metaller angehören darf (und vermutlich auch nicht will).

Zusätzlich zur neuen Kleiderordnung gibt es auch eine neue „Corpsepaint“ (so wird die Gesichtsbemalung genannt) Regelung: So dürfen statt schwarz und weiss nur noch rosa und blau verwendet werden. Zusätzlich muss jeder Musiker mindestens eine gut erkennbare Blume aufmalen.

„Somit wird schon in den ersten Sekundenbruchteilen des Ersteindruckes bewusst, dass es sich um freundliche, friedfertige Menschen handelt, auch wenn diese gerne über das Schänden von Leichen, Satan und die äußerst brutale Ermordung Jesu gröhlen.“, so Staiger, der daraufhin noch einen Ausblick gibt: „Wir erwarten zusätzlich in Kürze einen Gesetzesentwurf, der Black-Metal-Musikern ausdrücklich das Begehen von Suizid mit Messern oder Pistolen verbietet, da dies den Eindruck der Ausführung von mörderischen Ritualen im Black Metal implizieren könnte.“ Man habe vor, Selbstmördern aus der Black Metal-Szene sofort das Recht, dieser angehören zu dürfen, zu entziehen.

dan, Foto oben: Kurini Santosu,CC BY SA 2.0